Wer einen Pflegekurs besuchen darf
Die Pflegekassen müssen Kurse für Angehörige und andere Menschen anbieten, die in der Pflege helfen wollen. Dafür zählt weder der Pflegegrad noch, ob jemand Pflegegeld bekommt. Auch wer sich erst auf eine Pflege vorbereiten will, darf teilnehmen, ebenso eine Nachbarin, die ehrenamtlich hilft.
Die Kurse sollen die Pflege leichter machen und Angehörige vor Überlastung schützen. Viele merken erst dort, wie viel einfacher bestimmte Handgriffe mit der richtigen Technik sind.
Eine Grenze, wie oft Sie teilnehmen dürfen, nennt das Gesetz nicht. Ändert sich die Krankheit oder übernimmt ein weiteres Familienmitglied Pflege, können Sie erneut einen passenden Kurs besuchen. Mehrere Angehörige dürfen auch je einen eigenen Kurs machen.
Was Sie im Pflegekurs lernen
Die Kurse zeigen, wie Sie die Pflege selbst gut schaffen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale geht es meist um diese Themen:
- Handgriffe beim Aufstehen, Umlagern und Waschen, ohne dass Ihr Rücken leidet.
- Wie Sie Druckgeschwüren und Thrombosen bei bettlägerigen Menschen vorbeugen.
- Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Leistungen der Pflegekasse.
- Besondere Kurse zu Demenz, Parkinson oder den Folgen eines Schlaganfalls.
Welche Themen ein Kurs genau hat, hängt vom Anbieter ab. Fragen Sie vor der Anmeldung nach dem Inhalt, wenn Sie etwas Bestimmtes lernen wollen.
Der Kurs schützt auch Sie selbst. Wer jahrelang hebt und stützt, ohne die rückenschonenden Griffe zu kennen, wird oft selbst krank. Dann fehlt die wichtigste Stütze der ganzen Pflege.
Wo Sie einen Pflegekurs finden
Die Pflegekasse bietet Kurse selbst an, tut sich mit anderen Kassen zusammen oder beauftragt andere. Oft sind das Wohlfahrtsverbände, Krankenhäuser oder Pflegedienste mit eigenem Schulungspersonal.
Auf dem Land bieten oft Pflegedienste die Kurse an. Das hat einen Vorteil: Die Kursleiterin kennt Ihre Lage oft schon, weil derselbe Dienst auch pflegt oder den Beratungsbesuch macht.
Die Pflegeschulung bei Ihnen zu Hause
Statt in einer Gruppe können Sie auch bei Ihrem Angehörigen zu Hause üben. Eine Pflegefachkraft kommt dann zu Ihnen und zeigt die Handgriffe an Bett, Badewanne und Rollator, die Sie wirklich benutzen. Dafür müssen Sie und Ihr Angehöriger einverstanden sein, denn die Schulung findet in seiner Wohnung statt.
- Fragen Sie bei der Pflegekasse ausdrücklich nach einer Schulung zu Hause, nicht nur nach Gruppenterminen.
- Holen Sie die Zustimmung Ihres Angehörigen ein.
- Nennen Sie Wunschtermine und die Themen, die Sie üben wollen.
- Legen Sie bereit, was Sie schon haben, etwa Pflegebett oder Haltegriffe.
- Schreiben Sie offene Fragen auf und stellen Sie sie beim nächsten Beratungsbesuch.
Wollen Sie an Ihrem eigenen Bett und in Ihrem eigenen Bad üben?
Wählen Sie die Schulung zu Hause, wenn Ihr Angehöriger einverstanden ist.
Ist Ihnen der Austausch mit anderen Angehörigen wichtig?
Wählen Sie einen Gruppenkurs bei einem Wohlfahrtsverband oder Krankenhaus.
Wählen Sie einen Onlinekurs, den Sie zeitlich frei einteilen.
Was ein Pflegekurs kostet
Ein Pflegekurs kostet Sie nichts. Die Pflegekasse zahlt ihn ganz, auch wenn ein Wohlfahrtsverband oder ein Pflegedienst ihn für sie durchführt. Es gibt keine Kursgebühr und keine Zuzahlung. Auch Unterlagen und Broschüren gehören dazu.
Die Fahrt zu einem Gruppenkurs zahlen Sie in der Regel selbst. Bei einer Schulung zu Hause fällt sie weg. Die Pflegekassen sollen außerdem Onlinekurse anbieten, ohne dass die Kurse vor Ort deshalb wegfallen.
Pflegekurs und Beratungsbesuch sind zwei Dinge
Beides ist kostenlos und kann zu Hause stattfinden, deshalb verwechseln viele die Angebote. Der Beratungsbesuch ist ein Pflichttermin alle sechs Monate für alle, die Pflegegeld bekommen. Er schaut, ob die Pflege gut läuft. Der Pflegekurs ist freiwillig und bringt Ihnen Handgriffe bei. Mehr zum Pflichttermin steht im Ratgeber zum Beratungseinsatz beim Pflegegeld.
| Merkmal | Pflegekurs | Beratungsbesuch | Pflegeberatung |
|---|---|---|---|
| Wozu | Handgriffe für die Pflege lernen | prüfen, ob die Pflege zu Hause gut läuft | Beratung zu allen Leistungen, auf Wunsch mit Plan |
| Pflicht oder freiwillig | freiwillig | Pflicht bei Pflegegeld ab Pflegegrad 2 | freiwillig |
| Wer bietet es an | Pflegekasse, Wohlfahrtsverbände, Pflegedienste | Pflegedienst oder Beratungsstelle | Pflegeberaterin der Pflegekasse |
| Wo | Gruppe, zu Hause oder online | zu Hause, teils per Video | zu Hause oder im Pflegestützpunkt |
Am meisten bringt es, beides zu nutzen. Der Kurs gibt Ihnen am Anfang das Wissen, der Beratungsbesuch prüft danach regelmäßig, ob es im Alltag trägt. Die Fachkraft beim Beratungsbesuch soll Sie auf den Kurs hinweisen. Anmelden müssen Sie sich aber selbst.
Häufige Fragen
Wer darf einen kostenlosen Pflegekurs besuchen?
Einen kostenlosen Pflegekurs darf jede pflegende Angehörige besuchen und jeder, der ehrenamtlich pflegen will. Pflegegrad und Pflegegeld spielen keine Rolle.
Was kostet ein Pflegekurs für Angehörige?
Ein Pflegekurs kostet Sie nichts. Die Pflegekasse zahlt ihn ganz, als Gruppenkurs, als Schulung zu Hause oder online.
Kann ich eine Pflegeschulung zu Hause bekommen?
Ja, eine Pflegeschulung bei Ihrem Angehörigen zu Hause ist möglich. Sie und Ihr Angehöriger müssen damit einverstanden sein, weil die Schulung in seiner Wohnung stattfindet.
Wie lange dauert ein Pflegekurs?
Ein Gruppenkurs umfasst nach Angaben der Verbraucherzentrale oft drei Termine zu je drei Stunden. Eine Schulung zu Hause richtet sich nach Ihrem Bedarf.
Wo melde ich mich für einen Pflegekurs an?
Für einen Pflegekurs melden Sie sich am einfachsten bei der Pflegekasse Ihres Angehörigen an. Auch der Pflegestützpunkt und Ihr Pflegedienst kennen die Kurse in der Nähe.
